Sperrnächte

Wer sich mit den aktuell sehr "trendy" gewordenen Rauhnächten befasst kommt an den Gegenstücken nicht vorbei. Die Sperrnächte sind im Gegensatz zu ihren populärem Gegenstück nicht ganz so in unserem Bewusstsein präsent. Und doch gehören sie zum Jahresabschied dazu.

Während mit der Thomasnacht die Tage täglich um einen "Hahnenschrei" länger werden, nennt man die 12 Nächte der dunkelsten Zeit davor die Sperrnächte.

Was sind die Sperrnächte?

Die Sperrnächte sind die zwölf Nächte vor der Wintersonnenwende. Weil sie gleichzeitig die dunkelsten Nächte des Jahres sind, werden sie auch als Dunkelnächte bezeichnet. Mit der Wintersonnenwende werden die Tage dann schließlich wieder länger. Sowohl die Sommersonnenwende als auch die Wintersonnenwende waren für unsere Ahnen bedeutende, energetische Ereignisse im Jahreskreislauf. Die Wintersonnenwende symbolisiert die Wiedergeburt des Lichts, den Neuanfang und leitet einen neuen Sonnenzyklus ein.

Wann beginnen die Sperrnächte?

Ähnlich wie bei den Rauhnächten gibt es auch bei den Sperrnächten unterschiedliche Überlieferungen, wann sie beginnen. Meist einigt man sich jedoch auf die Nacht vom 8. auf den 9.12. als Beginn der Sperrnächte. Sie enden mit dem 20.12., dem Tag vor der Wintersonnenwende und dem Julfest.
Wie auch bei den 12 Rauhnächten, bei denen jede Nacht für einen Monat im kommenden Jahr steht, steht jede der 12 Sperrnächte für einen Monat des vergangenen Jahres:

  • 8. auf 9. Dezember – Januar
  • 9. auf 10. Dezember – Februar
  • 10. auf 11. Dezember – März
  • 11. auf 12. Dezember – April
  • 12. auf 13. Dezember – Mai
  • 13. auf 14. Dezember – Juni
  • 14. auf 15. Dezember – Juli
  • 15. auf 16. Dezember – August
  • 16. auf 17. Dezember – September
  • 17. auf 18. Dezember – Oktober
  • 18. auf 19. Dezember – November
  • 19. auf 20. Dezember – Dezember

Warum werden sie Sperrnächte genannt?

Möglicherweise ist der Name auf die Tätigkeiten zurückzuführen, die früher vor den Rauhnächten erledigt wurden. Bevor eine Zeit der Ruhe einkehren konnte, mussten Haus und Hof winterfest gemacht werden. Die Arbeitsgerätschaften wurden "weggesperrt" und die schaffensreiche Zeit ging zu Ende. Gleichzeitig sicherte man damit sein Hab und Gut vor der wilden Jagd, bei der die Seelen der Toten angeführt von Odin zu den Rauhnächten aus der Anderswelt kommen und ihr Unwesen treiben, wie man glaubte.

Was bedeuten die Sperrnächte heute?

Während wir an den Rauhnächten schon den Blick auf die Zukunft und das neue Jahr richten, gilt für die Sperrnächte die Rückschau. Vor dem Neuen soll Altes abgeschlossen werden. Dazu gehört das Reflektieren und das In-uns-gehen. Was wollen wir ziehen lassen? Was darf bleiben? Was ist dieses Jahr alles passiert?
Die zwölf Tage dienen dazu, das vergangene Jahr liebevoll loszulassen, um frei von Altlasten in die Rauhnächte zu gehen, während derer vor allem das Manifestieren von Wünschen und Zielen im Fokus steht. Die Sperrnächte sind damit das Äquivalent zu den Rauhnächten und deren Basis. Sie machen Platz für Neues und bieten Raum für Dankbarkeit und Reflektion.
So eignen sich die kurzen Tage und langen Nächte vor der Wintersonnenwende besonders gut, sich mit einigen Fragen intensiver zu befassen.

Fragen für deine Sperrnächte am 8.12.

•    Wofür bin ich dieses Jahr dankbar?
•    Was durfte ich lernen?
•    Was möchte ich loslassen?
•    Was möchte ich ins neue Jahr mitnehmen?

Jeder Tag der Sperrnächte steht für einen Monat. So kannst du nun jeden Tag den dazugehörigen Monat Revue passieren lassen. Vielleicht hast du Tagebuch geführt, oder du suchst Fotos aus diesem Zeitraum zusammen und reist nochmal an die Tage und Orte zurück, spürst nochmal hinein.

3 kleine Rituale für deine Sperrnächte

  1. Eine Kerze anzünden
    Gerade an den dunklen Tagen ist Feuer eine wunderbare Quelle, um Licht und Wärme in dein Leben zu holen. Zünde dir daher jeden Tag bewusst eine Kerze an und nimm dir einen Moment Zeit, um inne zu halten.
  2. Tagebuch schreiben
    Nimm dir jeden Tag einen Moment, um dir das Wichtigste zu dem jeweiligem Monat des vergangenen Jahres zu notieren. Die oben genannten Fragen können, dir dabei eine Orientierung bieten.
  3.  Meditieren
    Beim Meditieren findest du zu dir und kannst dich erden. Innenschau und Entschleunigung helfen dabei, zu spüren, was du loslassen möchtest und was bleiben darf.



 
 
 
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